Auftaktempfang zur grünen Woche am 15.01.2026

Starkes Zeichen für Wald und Holz: Sachsen auf der Grünen Woche in Berlin 2026

Mit dem traditionellen Empfang der Waldeigentümer am Vorabend der Internationalen Grünen Woche 2026 setzte die AGDW – Die Waldeigentümer wieder einmal ein sichtbares Zeichen für Wald, Holz und nachhaltige Bewirtschaftung. Der diesjährige Empfang aber war auch deshalb ein ganz besonderer, fand er doch zum 100. Male statt und das in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Waldbesitzerverband als ausrichtendem Landesverband. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Präsentation des Clusters Forst und Holz Sachsen, das sich zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden als leistungsfähiger und zukunftsorientierter Wirtschaftszweig präsentierte.

Rund 1.200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Industrie und Privatwirtschaft folgten der Einladung ins Palais am Funkturm in Berlin. Der Empfang der Waldeigentümer gilt als einer der traditionellen Auftakte der Grünen Woche und bietet eine der wichtigsten Plattformen im Jahreskalender für den Austausch zwischen Waldbesitz, Politik und Gesellschaft.

Bereits beim Betreten des Veranstaltungsraumes wurde deutlich, dass Sachsen in diesem Jahr Gastgeber der Grünen Woche war. Die aufwendig gestaltete Dekoration mit zahlreichen Herrnhuter Sternen verlieh dem Saal ein unverwechselbares sächsisches Ambiente und sorgte bei den Gästen für große Aufmerksamkeit. Sehr zufrieden waren die Besucher mit den kulinarischen Spezialitäten aus dem Freistaat, die der Sächsische Waldbesitzerverband organisiert hatte. Neben typischen Teig-, Fleisch- und Käsespezialitäten zählten unter anderem Weine des Weinguts Prinz zur Lippe aus Proschwitz, Meißner Schwerter Bier sowie die Brotspezialitäten der Bäckerei Richter aus Kubschütz. Den genussvollen Abschluss des Abends bildete ein Gin Tonic der Destillerie Gustav Müller aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach.

Als Gastgeber des Abends betonte der AGDW-Präsident Prof. Dr. Andreas Bitter in seiner Begrüßung die Leistungen der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer für Gesellschaft, Klima und Wirtschaft. Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels brauche es verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine Forstpolitik mit Realitätssinn. Die Waldbesitzer stünden für den Wald der Zukunft ein und leisteten mit nachhaltiger Bewirtschaftung einen wichtigen Beitrag für kommende Generationen.

Bestimmendes Thema seiner Ansprache wie auch des gesamten Abends war die geplante Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung W-VO. Die bekanntgewordenen Ansätze im Nationalen Wiederherstellungsplan lassen eine überbordende und kostspielige Bürokratie befürchten, die dem Waldbesitz nicht akzeptable Belastungen auferlegt. Den Beteuerungen der Politik, für den Privatwaldbesitz würde sich mit der W-VO in Bezug auf eine freie Bewirtschaftbarkeit nichts ändern, treten die Waldbesitzer aufgrund ihrer Erfahrungen mit den Natura-2000 Ausweisungen sehr skeptisch entgegen. Wegen ungeklärter Zustandsbeschreibungen, Zielsetzungen, Monitoringschritte und Finanzierung lehnen die Waldbesitzer die W-VO in ihrer derzeitigen Form ab. „Mit uns gibt es da keinen Deal“ betonte AGDW Präsident Bitter und gab gemeinsam mit dem Präsidenten der Familienbetriebe Land und Forst, Baron Elverfeldt den Startschuss zu einer groß angelegten Kampagne „NO DEAL“.

In seinem Grußwort verwies Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch, auf die lange Tradition nachhaltiger Forstwirtschaft im Freistaat Sachsen. Mit Persönlichkeiten wie Hans Carl von Carlowitz und Heinrich Cotta seien wesentliche Grundlagen einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung gelegt worden. Diese Tradition stehe bis heute für Nachhaltigkeit, Innovationskraft und den bewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Waldes.

„Für uns als Sächsischer Waldbesitzerverband stehen die Leistungen der privaten, kommunalen und kirchlichen Waldbesitzer für den Erhalt und die Entwicklung der Wälder im Mittelpunkt“. Begleitet von der sächsischen Waldkönigin Ann I. machte der WBV-Vorsitzende Georg Lindner in seiner Ansprache weiter deutlich, dass gelebte Tradition, nachhaltige Bewirtschaftung und die Freiheit in der Eigentumsausübung wichtige Voraussetzungen für die vielfältigen Ökosystemleistungen des Waldes sind. Dazu gehört untrennbar auch die nachhaltige Holzproduktion, die einen wesentlichen Beitrag zu Wertschöpfung, Klimaschutz und zur Entwicklung der ländlichen Räume leistet. Mit Blick auf die Zukunft betonte Lindner: „Vertrauen wir unseren Waldbesitzern, dann hat der Wald Zukunft.“ Mit Verweis auf die drohende Umsetzung der W-VO wandte sich Lindner in seiner Ansprache direkt an den Staatssekretär im Bundes-Umweltministerium Jochen Flasbarth und erinnerte daran, dass nur mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder wertvolle Produkte wie Bauholz zu erreichbar sind. Mit einem kleinen Holzwürfel überreichte er ihm einen symbolischen Beleg für die Leistungsfähigkeit der Forstwirtschaft. Mit überzogenen Auflagen oder gar Stilllegungen von Waldflächen werde diese Leitungsfähigkeit infrage gestellt aber auch dem Umweltschutz ein Bärendienst erwiesen.

Der Freistaat Sachsen präsentierte sich zudem mit einem starken Auftritt. Sachsenforst war gemeinsam mit zahlreichen Partnern der sächsischen Forstwirtschaft vertreten. Unternehmen der Holzindustrie ebenso wie Akteure aus den Bereichen Bestattungswald, Windenergie, Versicherung und viele weitere Partner entlang der Wertschöpfungskette Forst und Holz konnten sich über mangelndes Interesse an ihren Informationsständen nicht beklagen. Gemeinsam unterstrichen sie die Vielfalt, Innovationskraft und wirtschaftliche Bedeutung des Clusters Forst und Holz Sachsen.

Der Empfang bot einen großen und bis in die Morgenstunden intensiv genutzten Raum für zahlreiche Gespräche, neue Kontakte und den fachlichen Austausch zu den aktuellen Herausforderungen der Forst- und Holzwirtschaft. Damit bildete die Veranstaltung einen gelungenen Auftakt der Grünen Woche 2026 und unterstrich die Bedeutung des Waldes für Klimaschutz, Wertschöpfung und die Entwicklung der ländlichen Räume.

Beitrag: Sächsischer Waldbesitzerverband e.V.
Bilder: S. Runge, AGDW

Empfang.jpg 1 Begrüßung der Gäste, Staatsminsiter von Breitenbuch

Empfang2 2 Forderung an Staatsekretär Flasbarth, BMUKN

Empfang3 3 Gäste zum Empfang

Empfang4 4 Gruppenforto SWBV und AGDW

Empfang5 5 Kampagne „NO DEAL“

Empfang6 6 sächsische Sterne in Berlin