AGDW-Waldsymposium am 25.06.2026

AGDW-Waldsymposium 2026:
Wiederherstellungsverordnung im Fokus

Der Sächsische Waldbesitzerverband nahm am 25. Juni 2026 am Waldsymposium der AGDW – Die Waldeigentümer in Berlin teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Auswirkungen der europäischen Wiederherstellungsverordnung auf die Waldbewirtschaftung sowie die Frage, wie sich klimaangepasster Waldumbau, Naturschutz und eine praxistaugliche Forstpolitik miteinander verbinden lassen.

Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen aus erster Hand zu verfolgen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und der Forstpraxis ins Gespräch zu kommen. Mit unserer Teilnahme am Waldsymposium verfolgen wir aktuelle forstpolitische Entwicklungen auf Bundes- und EU-Ebene und bringen die Interessen der sächsischen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in den fachlichen Austausch ein.

Nachfolgend stellen wir die wesentlichen Inhalte des Symposiums vor:

AGDW-Waldsymposium verdeutlichte Handlungsbedarf bei Wiederherstellungsverordnung

„Für Wald im Wandel – Gegen starre Bürokratie. Warum die Wiederherstellungsverordnung verändert werden muss.“ Unter diesem Motto fand am 25. Juni das diesjährige Waldsymposium des Verbandes AGDW – Die Waldeigentümer in Berlin statt. Im Dialog mit Politik, Wissenschaft und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren erörterten Fachleute und Praktiker die Hintergründe, Inhalte und möglichen Konsequenzen der umstrittenen EU-Verordnung, deren angestrebte Umsetzung derzeit Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten beschäftigt. „Nach prägenden Erfahrungen mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie wissen wir um die Unzulänglichkeiten eines auf statische Lebensraumtypen ausgerichteten Regelwerks, mit dem wir durch die W-VO nun erneut und in verschärfter Form konfrontiert sind“, sagte AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter und appellierte vor den rund 200 geladenen Gästen: „Aus diesen Erfahrungen sollten wir gemeinsam die richtigen Schlüsse ziehen und uns angesichts der Folgen des Klimawandels in den Wäldern auf ein zeitgemäßes Leitbild verständigen, das die Resilienz und Leistungsfähigkeit unserer Waldökosysteme ins Zentrum stellt.“

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Martina Englhardt-Kopf, hob das Prinzip der Freiwilligkeit sowie Praxisorientierung und Finanzierbarkeit hervor

Warum die Orientierung der W-VO an historischen Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie zu kurz greift, um den Erhalt stabiler Waldökosysteme zu sichern, verdeutlichte Dr. Axel Albrecht, Abteilungsleiter Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in seinem Vortrag.

Eine juristische Einordnung der Wiederherstellungsverordnung nahm Dr. Elisabeth Zinke-Heßler, Referatsleiterin in der Landesvertretung Hessens beim Bund vor und beschrieb erhebliche rechtliche Fragen im Zusammenhang mit der Wiederherstellungsverordnung .

Konrad Mylius, Präsident der Land & Forst Betriebe Österreich machte beim Waldsymposium deutlich, dass die schweren Bedenken der deutschen Waldeigentümer gegenüber der W-VO in anderen EU-Mitgliedstaaten geteilt werden.

Die AGDW – Die Waldeigentümer hat einen ausführlichen Bericht zum Berliner Waldsymposium 2026 veröffentlicht. Dort stehen außerdem neben einem informativen Bildmaterial die Präsentationen der Fachvorträge – unter anderem von Prof. Dr. Andreas Albrecht, Dr. Elisabeth Zinke-Hessler – zum Nachlesen und Download bereit.

Beitrag und Bilder: Sächsischer Waldbesitzerverband e.V.