Waldzustandserhebung 2025: Aktiver Waldumbau bleibt Schlüssel für klimastabile Wälder
DFWR-Präsident Christian Haase: „Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist Voraussetzung – nicht Gegensatz – für gesunde Wälder“
Berlin, 19.05.2026 – Die heute veröffentlichte Waldzustandserhebung zeigt erneut deutlich: Unsere Wälder stehen weiterhin massiv unter Druck. Die Folgen von Trockenheit, Hitze, Extremwetterereignissen und Schädlingsbefall belasten viele Waldbestände weiterhin erheblich. Gleichzeitig macht der Bericht aber auch deutlich, dass der seit Jahren begonnene Waldumbau Wirkung zeigt und sich der Zustand vieler Bestände zumindest stabilisiert hat.
Dazu erklärt DFWR-Präsident Christian Haase:
„Die Waldzustandserhebung zeigt erneut unmissverständlich: Der Klimawandel setzt unsere Wälder massiv unter Druck. Trockenheit, Hitze und Extremwetterereignisse hinterlassen deutliche Spuren in allen Baumarten. Aktive Waldbewirtschaftung ist deshalb nicht das Problem – sie ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass unsere Wälder überhaupt eine Zukunft haben.
Der Waldumbau hin zu stabilen, vielfältigen und klimaangepassten Mischwäldern gelingt nur durch aktives Handeln der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sowie der Forstleute vor Ort. Wer Wälder einfach sich selbst überlassen will, ignoriert die Dynamik des Klimawandels. Die klimatischen Veränderungen schreiten deutlich schneller voran, als sich unsere Wälder natürlich anpassen können.
Deshalb braucht es gezielte Pflege, Wiederbewaldung, Naturverjüngung, standortangepasste Baumarten und eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz. Nachhaltige Holzverwendung bindet CO₂ langfristig und schafft zugleich die wirtschaftliche Grundlage dafür, den Waldumbau überhaupt finanzieren zu können.
Mit Sorge beobachten wir allerdings, dass in der aktuellen Debatte teilweise der Eindruck entsteht, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die sichtbaren Schäden in unseren Wäldern stünden in einem direkten Zusammenhang. Eine solche Verkürzung greift zu kurz und wird der Komplexität der Situation nicht gerecht. Die Kronenverlichtungen bei Eichen, Buchen und anderen Baumarten sind vor allem Ausdruck der massiven klimatischen Belastungen der vergangenen Jahre.
Wer nachhaltige Waldbewirtschaftung pauschal problematisiert, verkennt, dass genau sie die Grundlage dafür ist, unsere Wälder überhaupt an die Folgen des Klimawandels anpassen zu können. Gerade die nachhaltig wirtschaftenden Forstbetriebe investieren seit Jahrzehnten enorme Mittel, Fachwissen und persönliche Verantwortung in den Erhalt und Umbau unserer Wälder. Ohne aktive Bewirtschaftung und ohne eine solide finanzierte forstliche Förderung werden wir die Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel nicht schaffen.“
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) ist die Stimme für rund zwei Millionen private und öffentliche Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die die Fläche von etwa 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland nachhaltig pflegen und bewirtschaften. Die Mitgliedsorganisationen des DFWR vertreten den Privat-, Staats- und Körperschaftswald, die Forstwissenschaft, die mit der Forstwirtschaft verbundenen berufsständischen Verbände und weitere mit der Erhaltung und Förderung des Waldes und der Forstwirtschaft befasste Organisationen.
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