Strategien zur Prävention und Nachsorge bei Waldbränden

Wie können wir unsere Wälder besser vor Feuer schützen?

unnamed(3) Forstmaschine mit speziellem Löschaufsatz bei Nachlöscharbeiten; Quelle: Ponsse Plc

Im Verbundprojekt „Thor“ wurde umfangreiches Wissen zur Vorbeugung, Bekämpfung und Nachsorge von Waldbränden zusammengetragen. Zugleich zeigte sich, in welchen Bereichen in Deutschland noch Nachholbedarf besteht.

Nach den großen Waldbränden 2018 und 2019 initiierten die Bundesministerien für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) einen Förderaufruf des Waldklimafonds. Mit „Thor“ endete Anfang 2026 eines der letzten Vorhaben daraus. Ziel war, Erkenntnisse zum Waldbrandschutz in praxisnahen Leitfäden und Demonstrationsobjekten aufzubereiten.

Als Modellregion diente das Forstamt Kaliß in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Waldflächen weisen ein hohes Waldbrandrisiko auf und sind teilweise stark mit Kampfmitteln belastet. Ergänzend entwickelte die TU Dresden acht beispielhafte Konzepte zur waldstrukturellen Waldbrandvorbeugung für unterschiedliche Regionen in Deutschland.

Waldstrukturelle Vorbeugung

Waldbrände werden meist durch Menschen ausgelöst – absichtlich oder unbeabsichtigt. Waldstruktur und Vegetation beeinflussen jedoch maßgeblich, wie schnell sich ein Feuer ausbreitet. Prof. Michael Müller von der TU Dresden geht davon aus, dass mit einem konsequenten Waldumbau zu gemischten und laubholzreichen Beständen das Waldbrandrisiko auch mit zunehmender Hitze und Dürre nicht stark ansteigt.

Es gilt, besonders gefahrbringende oder gefährdete Objekte in und am Wald zu identifizieren und dort wirksame Waldbrandvorbeugung zu betreiben. Das Projekt erarbeitete hierzu ein Kompendium und einen Leitfaden. Ein beispielhafter Waldbrandriegel dient heute als Demonstrations- und Schulungsobjekt.

Technische Vorsorge

Häufig ist die Verfügbarkeit von Löschwasser limitierender Faktor bei der Brandbekämpfung. In Kaliß wurden deshalb auch eine Zisterne, ein Tiefbrunnen und ein künstlicher Löschwasserteich errichtet. Ein Leitfaden dokumentiert Planung, Bau und Betrieb solcher Anlagen. Weitere Empfehlungen betreffen die Wegeinfrastruktur und die Vereinheitlichung der Waldbrand-Einsatzkarten. Der Vorschlag für einen bundesweiten Standard liegt vor.

Kontrollierter Feuereinsatz und Nachsorge

Untersucht werden sollte auch, ob kontrollierte Feuer zur Reduktion von Brandlasten oder als taktische Feuer im Einsatzfall geeignet sind. Da diese Methoden in Deutschland umstritten sind, fanden die geplanten Praxisversuche jedoch nicht statt.

Nach vermeintlich gelöschten Waldbränden stellen wiederaufflammende Glutnester ein erhebliches Risiko dar. Ein weiterer Leitfaden beschreibt Zuständigkeiten und organisatorische Abläufe der Nachsorge. Erprobt wurden unter anderem Multicopter mit Wärmebildkameras, Feuerlöschrucksäcke und ein Löschaufsatz für Forstmaschinen. Mehrere Bundesländer haben diese Technik inzwischen beschafft...

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